Der Begriff Ökumene

 Auszug aus UNITATIS REDINTEGRATIO (link hier klicken), dem Ökumenedekret des II. Vatikanischen Konzils:

Unter der "Ökumenischen Bewegung'' versteht man Tätigkeiten und Unternehmungen, die je nach den verschiedenartigen Bedürfnissen der Kirche und nach Möglichkeit der Zeitverhältnisse zur Förderung der Einheit der Christen ins Leben gerufen und auf dieses Ziel ausgerichtet sind. Dazu gehört: […] der "Dialog", der bei Zusammenkünften der Christen aus verschiedenen Kirchen oder Gemeinschaften, die vom Geist der Frömmigkeit bestimmt sind, von wohlunterrichteten Sachverständigen geführt wird, wobei ein jeder die Lehre seiner Gemeinschaft tiefer und genauer erklärt, so daß das Charakteristische daran deutlich hervortritt. Durch diesen Dialog erwerben alle eine bessere Kenntnis der Lehre und des Lebens jeder von beiden Gemeinschaften und eine gerechtere Würdigung derselben. Von hier aus gelangen diese Gemeinschaften auch zu einer stärkeren Zusammenarbeit in den Aufgaben des Gemeinwohls, die jedes christliche Gewissen fordert, und sie kommen, wo es erlaubt ist, zum gemeinsamen Gebet zusammen. Schließlich prüfen hierbei alle ihre Treue gegenüber dem Willen Christi hinsichtlich der Kirche und gehen tatkräftig ans Werk der notwendigen Erneuerung und Reform.

Joh 17, 6-23:

"Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind. Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich."

 

 

Leider haben sich die Christen nicht an diesen Wunsch Jesu Christi gehalten. Schon in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt gab es zahlreiche Zwistigkeiten innerhalb der Christenheit. In vielen Konzilien – deren wichtigste im Jahr 325 n. Chr. in NICÄA und im Jahr 381 n. Chr. in KONSTANTINOPEL stattfanden – wurde versucht, ein einheitliches Glaubensbekenntnis zu for-mulieren. Aber bereits nach den Konzilien im Jahr 431 n. Chr. in EPHESOS und im Jahr 451 n. Chr. in CHALCEDON gab es erste Spaltungen.

Im 11. Jahrhunderts kam es zum Morgenländischen Schisma (auch Großes Schisma oder Griechi-sches Schisma genannt) zwischen den orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche.

Im 16. Jahrhunderts folgte schließlich die Abspaltung der evangelischen Kirchen und der anglikanischen Kirche von der römisch-katholischen Kirche. Neben diesen großen Kirchenspaltungen gab es zu allen Zeiten eine Vielzahl an anderen Loslösungen weiterer Kirchen von den Hauptströmungen, sodass sich das Christentum heute in einer großen Vielfalt unterschiedlicher Glaubensrichtungen, sogenannter Konfessionen, darstellt.

Ziel der Ökumene ist es, diese Trennung der Christenheit zu überwinden – "damit sie eins sind", "damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast".