Karmel St. Josef

Der Karmelitenorden entstand auf dem Berg Karmel in Israel. Dort hatten sich bereits im 12. Jahrhundert Eremiten, die sich "Brüder der seligen Jungfrau vom Berge Karmel" nannten, um eine Marienkapelle gesammelt. Sie gestalteten ihr Leben nach dem Vorbild des Propheten Elija, in dem sie ihren (geistigen) Gründer sahen. Albertus, Patriarch von Jerusalem, gab ihnen eine Ordensregel mit der Hauptweisung: "Jeder von euch soll in seiner Zelle oder in ihrer Nähe bleiben, Tag und Nacht im Gesetz des Herrn betrachten und im Gebet wachen, wenn er nicht durch andere Beschäftigungen beansprucht wird."

Im 13. Jahrhundert kam der Orden nach Europa. Im 16. Jahrhundert wurde er von der hl. Teresa von Avila und ihrem ersten Mitarbeiter, dem hl. Johannes vom Kreuz, reformiert und ist heute in allen Erdteilen verbreitet.

Als erste Karmelgründung in Österreich wurde 1629 von Genua aus das Karmelitinnenkloster in Wien am Salzgries gestiftet und blieb dort bis zur Aufhebung durch Kaiser Josef II. (1782). Als 1879 von Graz aus wieder ein Karmel in Wien - diesmal in Baumgarten - entstand, war das die Frucht jahrzehntelangen Mühens einiger Frauen, die sich diese Stiftung zur Lebensaufgabe gemacht hatten. 1977 übersiedelte die Klostergemeinschaft ins "Faniteum", in idealer, ruhiger Lage am äußersten Stadtrand.

Die Karmelitinnen sind eine rein kontemplative Gemeinschaft, die sich auf Wege nach innen, Wege des Gott-Suchens und Gott-Findens einlassen will. Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz haben in ihren Schriften in ausdrucksstarken Bildern diese Wege beschrieben, die ungeahnte Dimensionen der Liebe zu Gott und zum Mitmenschen erschließen. Überzeugt von der Wirkkraft des Gebetes tragen die Karmelitinnen die äußeren und noch mehr die großen inneren Nöte der Kirche und aller Maneschen vor Gott. Denn durch Gebet kann Befreiung, Heilung und Erlösung sogar dort geschenkt werden, wo das tröstende Wort und die helfende Tat noch nicht - oder nicht mehr - ankommen. Bis zu 20 Schwestern bilden die Klostergemeinschaft, die sich ihren Lebensunterhalt durch geeignete Arbeit selbst verdient (Hostienbäckerei, Karmelitengeist, Übersetzung von geistlichen Büchern, Herstellung kleiner kunsthandwerklicher Gegenstände). Die Gemeinschaft wird von der Priorin geleitet; alle drei Jahre findet die Priorinnenwahl statt. Im Tagesablauf wechseln Zeiten des stillen und des gemeinsamen Gebetes harmonisch mit Arbeitszeiten und Zeiten der Erholung. Eine gelöste und herzliche schwesterliche Atmosphäre, in der auch der Humor nicht zu kurz kommt, ist für den Karmel typisch. Der Wiener Konvent zählt zur Zeit fünfzehn Schwestern: eine recht lebendige Schar mit vielfältigen Talenten.

Karmel St. Josef
1130, Hanschweg 1 A
Tel. +43.(0)1.879 66 01
www.karmel.at/wien-schwestern/
Unser Kloster ist erreichbar:
- mit U-Bahn und Bus U4-Station Ober St. Veit, dann 54B oder 55B bis Stock im Weg, den Hanschweg hinauf noch ca. 7 Minnuten Gehzeit
- mit dem PKW: Hietzinger Hauptstraße, Einsiedeleigasse, Ghelengasse, Hanschweg