Osterzeit auf dem Weg nach Pfingsten

In den 50 Tagen von Ostern nach Pfingsten betet die Kirche um den Heiligen Geist.

Gerade in dieser Zeit beten wir um den Geist Gottes, damit durch Seine Weisheit die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Wie beten auch, dass wir im Heiligen Geist geführt und mit seiner Kraft die Aufgaben die vor uns liegen annehmen und bewältigen können.

Knüpfen wir ein Gebetsnetz und vertiefen wir unsere Gemeinschaft in Christus Jesus!

Pfingstnovene:

pdf: Pfingstnovene 2020


Hl. Geist Gebete:

Hl. Geistgebet 7

pdf: Hl. Geistgebet 7

Herr, sende uns deinen Heiligen Geist
und reinige unsere Gedanken,
belebe unseren Willen,
lenke unser Tun.

Komm Geist der Weisheit und Demut,
erfülle die Herzen der Wissenschaftler
und Politiker.
Komm Geist der Geduld und Großmut,
erfülle die Herzen der Erzieher
und Fürsorger.
Komm Geist des Glaubens und der Zuversicht,
erfülle die Herzen der Priester
und Seelsorger.
Uns allen aber schenke die Liebe,
durch die wir deinem göttlichen Herzen
ähnlich werden.

Steh den Gefangenen und Abhängigen bei.
Tröste die Einsamen und Verlassenen.
Ermutige die Verzweifelten und Gequälten.
Führe die Verirrten und Suchenden
auf den rechten Weg.

Komm Heiliger Geist,
mache uns zu Werkzeugen
deiner Liebe.

Jörg Müller


Hl. Geistgebet 6

pdf: Hl. Geistgebet 6.pdf

Herr, gib uns Atem,
auf dass wir nicht atemlos werden im Laufe des Weges,
auf dass unsere Lungen stets voller Odem und Leben seien.
Hilf uns, dass wir in ein Morgen gehen,
ohne rückwärts zu schauen
und die Anstrengungen zu scheuen.
Gib uns Atem, dass wir alles, was Menschen –
und auch du -
von uns erwarten, wahrhaft, vermögen.
Gib uns Atem, um neu zu hoffen,
so als ob das Leben erst heute begänne.
Gib uns Hoffnung auch bei Sturm und Flut,
weil du da bist und wir auf dich hoffen.
So tragen wir in uns alle Hoffnung der Menschen,
aber auch alle ihre Qualen.
Gib uns Atem, deinen Atem, der vom Vater kommt,
deinen Geist, der weht, wo er will,
in Regen und Wind oder im leichten Anhauch,
mit dem du uns einlädst,
deinem geistigen Fluge zu folgen.
Gib uns deinen Atem für ein Gebet aus der Tiefe,
ein Gebet, das du uns eingibst,
das in uns aufsteigt
und nach deiner Wiederkehr in Herrlichkeit ruft,
das sich sehnt nach der Fülle des Herrn.

Kardinal Léon-Joseph Suenens,
geboren 1901; Alterzbischof von Mecheln-Brüsse


pdf: Hl. Geistgebet 5

Komm, Heiliger Geist

Komm, Heiliger Geist!
Komm und erneuere das Angesicht der Erde!

Komm mit den sieben Gaben!
Komm, Geist des Lebens, Geist der Wahrheit,
Geist der Gemeinschaft und der Liebe!
Die Kirche und die Welt brauchen dich.
Komm, Heiliger Geist, und lass die von dir gespendeten Charismen immer reichere Frucht bringen.
Schenke uns neue Kraft und missionarischen Elan.
Weite unser Herz  und belebe unser christliches Engagement in der Welt.
Mach uns zu mutigen Boten des Evangeliums
und Zeugen des auferstandenen Christus,
des Erlösers und Heilands der Menschen.
Stärke unsere Liebe und Treue zur Kirche.

Amen.

Papst Johannes Paul II.


pdf: Hl. Geistgebet 4

Entfache dein Feuer

Geist des auferstandenen Christus,
Geist des Mitleids,
Geist des Lobpreises,
deine Liebe zu jedem Menschen wird nie vergehen.

Geist des lebendigen Gottes,
wenn Zweifel und Zögern, dich einzulassen, alles zu verschlingen scheinen,
dann bist du da, dann bist du zugegen.

Du entfachst das Feuer, das inwendig unter unserer Asche glimmt.
Du nährst dieses Feuer mit unseren Anfechtungen,
mit unseren Dornen,
mit allem, was uns an uns selbst und bei anderen wehtut,
so dass durch dich sogar die Steine unseres Herzens verglühen;

du Licht in unserer Finsternis,
du Morgenglanz unserer Dunkelheit.

(Frère Roger Schutz)


pdf: Hl. Geistgebet 3

Atme in uns, Du Geist des lebendigen Gottes,
dass alles in uns von Seinem Leben pulsiere.
Durchglühe uns, Du Geist der Liebe,
dass unsere kranken Herzen durch Dich entzündet werden.

Belebe uns, Du Kraft des Auferstandenen,
dass unsere Angst und Schwäche
zur weithin leuchtenden Hoffnung werden.
Ziehe uns an Dich, Du Geist Gottes,
dass Dein Leben auch unser Leben werde!

Komm und schließe auf die Mauern unseres Herzens,
mache weit unser Denken und Fühlen.

Komm und treibe uns aus unserem Kleinmut
hinaus zu den Menschen.

Komm und belebe uns mit Deinem göttlichen Atem,
schaffe uns neu und lass uns in Deinem Namen
Feuer und Flamme sein.

Du Geist unseres Herr Jesus Christus,
höre nicht auf, Dich auszugießen über uns.

(Martin Thurner)

 

2020 Hl.Geistgebet 2.pdf

Komm, Heiliger Geist, heilige uns,
erfülle unsere Herzen nicht nur
mit brennender Sehnsucht nach der Wahrheit,
dem Weg und dem vollen Leben.
Entzünde in uns auch dein Feuer,
dass wir selber davon zum Licht werden,
das leuchtet und wärmt und tröstet.
Lass unsere schwerfälligen Zungen Worte finden,
die von deiner Liebe und Schönheit sprechen.
Schaffe uns neu,
dass wir Menschen der Liebe werden,
deine Heiligen, sichtbare Worte Gottes.
Dann werden wir auch das Antlitz
der Erde erneuern, und alles wird neu geschaffen.
Komm, Heiliger Geist,
erleuchte uns, stärke uns,
bleibe bei uns.
Amen..
(aus der Ostkirche)

pdf: Hl. Geistgebet 1

Komm Heiliger Geist,
erfülle uns mit Deiner Kraft!
Ohne Dich sind wir ohnmächtig,
ohne Dein Wirken
gehen unsere Bemühungen ins Leere,
ohne Deine Weisheit
sind wir mit unserer bald am Ende.

So bitten wir Dich,
komm und stärke uns,
komm und belebe uns,
komm und mache alles neu!

Wir bitten Dich, Herr Jesus,
sende uns Deinen Heiligen Geist!
Komm mit dem Vater und dem Geist
und bleibe bei uns allezeit.

Amen.


3. Sonntag der Osterzeit

 

3_Ostersonntag_2020_Evang_Predigt_Gebet.pdf


2. Sonntag der Osterzeit, Sonntag der Barmherzigkeit

Evangelium,  Predigt und Gebet

pdf: 2. Sonntag der Osterzeit, Evangelium, Predigt und Gebet

Evangelium, Joh 20, 20-31

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

 
Predigt. (Pfarrer Dr. Andreas Kaiser)

Vor einer Woche haben wir - anders als sonst aber doch - Ostern gefeiert. Wir haben gefeiert in den kleinen Hausgemeinschaften, die uns in dieser Zeit erlaubt sind oder wir haben allein gefeiert und waren verbunden mit Vielen im Gebet. Wir haben zwar leiser als sonst gefeiert, aber, so haben es mir einige geschrieben und erzählt, der Inhalt des Feierns war intensiver und deutlicher wahrnehmbar. Die Kraft und Hoffnung von Ostern war neu zu spüren.

In einem Artikel der Wienerzeitung wurde ein Artikel über diese Osterzeit 2020 mit dem Hinweis auf den Osterspaziergang von Goethes Faust bearbeitet. Ein zweites Mal bekommt Ostern eine wichtige Bedeutung in diesem uns wohl aus der Schule  bekannten Werk. Als Dr. Faust, am Leben verzweifelnd aus dieser Hoffnungslosigkeit herausgerissen wird durch den Klang der fernen Osterglocken. Es beginnt sich langsam – Die Botschaft höre ich wohl, allein es fehlt der Glaube - eine Osterhoffnung in ihm auszubreiten. Eine Osterhoffnung, die ihn zurück in Leben führt. Die Osterhoffnung, die so viele Menschen in ihrem Leben vielfältig erfahren können, haben wir oft und oft durch die Feiern in den Kirchen - wie wir es gewohnt waren  - erfahren. Das war uns heuer nicht gegönnt, aber diese Hoffnung, die von Ostern kommt, ist eben vielfach erlebbar und manchmal stößt sie einen ganz leise, wie das Läuten einer Glocke in einer fernen Dorfkirche. Es ist die Hoffnung, dass nicht der Tod und die Dunkelheit den Sieg und das letzte Wort haben, sondern das Leben. In der Lesung aus dem Petrusbrief wird dies in der Sprache der Zeit zusammengefasst. Wir haben als getaufte Christen bereits nicht nur Hoffnung, sondern wir sind Hoffnung, weil wir durch das Erbarmen Jesu zu einer neuen Hoffnung gezeugt wurden. Etwas weniger kompliziert ausgedrückt:
Durch die Taufe sind wir in in ein neues Leben eingetaucht und emporgezogen worden. Wir haben uns dies nicht selbst gemacht, sondern durch das Erbarmen Jesus ist uns das geschenkt worden. Oder sagen wir es mit dem alten aber so schönen Wort: Durch die Barmherzigkeit Gottes ist uns dies geschenkt worden. Papst Johannes Paul II hat diesen 2. Ostersonntag zum Sonntag der Barmherzigkeit benannt. Eben weil er erinnern wollte,  dass wir von Gott, der barmherzig ist, der uns sucht, der uns liebt und der uns hilft ihn zu finden gerufen und aufgehoben wurden in das neue Leben hinein. Wir haben nicht nur Hoffnung, auf ein Leben mit Gott, sondern wir sind bereits diese Hoffnung. Also wir leben bereits in diesem Leben. Wir leben bereits im Himmel. Gut noch nicht ganz, und auch diese Erfahrung schreibt der Autor des Petrusbriefes: „Deshalb seid voll Freude, wenn es auch für kurze Zeit jetzt sein muss, dass ihr durch mancherlei Prüfungen betrübt werdet.“ Prüfungen und Herausforderungen gibt es zur Zeit viele zu bestehen. Aber bei all dem dürfen wir die Sicherheit und Gewissheit haben, dass wir nicht allein durch diese Prüfungen und Herausforderungen des Lebens gehen müssen, denn Christus geht mit uns. Es ist ein Weg, der unseren Glauben stärken wird, so schreibt der Autor weiter.

Die Stärkung des Glaubens ist also ein Weg, den wir gehen können. Davon berichtet uns auch das so bekannte Evangelium. Der Apostel Thomas, fälschlicherweise als der ungläubige bezeichnet, er geht einen Weg. Ein Weg vom Hören, über die Sehnsucht und die Begegnung hin zu einem Glauben in dem er sagen kann. Mein Herr und mein Gott. Da hat er dann wirklich nicht mehr nur die Hoffnung auf die Auferstehung und das Leben mit Gott, sondern da ist er Hoffnung, weil die Hoffnung in ihm zu leben begonnen hat. Mein Herr und Mein Gott – nicht mehr ich lebe, sondern Christus – der Auferstandene, die Hoffnung - lebt in mir. Wie sehr Christus uns dieses Leben der Hoffnung schenken will, zeigt sich auch in dem Evangelium, in dem er auf Thomas zugeht und ihn einlädt ihn zu berühren. Manchmal denke ich mir, wie tröstlich es wäre, so wie Thomas Christus anzugreifen, ihn zu berühren und zu erfahren, er lebt, auch heute, auch in dieser Welt. Aber dann dämmert es mir wieder, ja er lässt sich zwar nicht anfassen – vermutlich -  aber begreifen. Begreifen in den Schriften der Evangelien, begreifen in den Begegnungen mit den Menschen, begreifen in den Spuren, die er so vielfältig in diese Welt gelegt hat. Er lässt sich begreifen, weil er uns liebt, weil er barmherzig ist. Das ist die Hoffnung, die uns geschenkt ist, die wir leben dürfen, die wir sein dürfen. AMEN

Gebet

Wir haben den Herrn gesehen,
haben wir das wirklich?
Wir haben Auferstehung gefeiert,
Ostern hinter uns gebracht –
und jetzt?

Wo ist das Neue,
der Aufbruch,
die Freude am Herrn?
Was habe ich erwartet?
Wollte ich nur sehen,
dass alles wieder schnell normal wird,
alles läuft wie vorher,
als es noch keine Fastenzeit gab
inmitten der Coronakrise
mit ihren Einschränkungen
und der Ungewissheit:
Wie wird es weitergehen?

Es ist Ostern:
Jesus ist wahrhaft auferstanden!
Das Neue ist da inmitten des Alltags so wie er eben ist,
grau oder heiter, enttäuschend, erfreulich, verheißungsvoll.
Was tun wir jetzt?
Verharren wir einmütig im Gebet?
Glauben wir der Zusage:
Der Friede sei mit euch!
Unsere Zuversicht,
ist sie erwacht um schon wieder zu sterben?

Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Wir aber sehen und erkennen doch nicht,
weil unser Glaube zu schwach ist um uns emporzuheben,
Auferstehung zu leben und zu erleben – jetzt.
Herr Jesus, wenn ich Dir begegne, dann lass mich Dich erkennen;
wenn Du zu mir kommst,
dann hilf mir Dich zu bekennen:
Mein Herr und mein Gott!
Du bist da,
wo ich mich zu Dir wende,
Du bist lebendig da für mich,
wenn ich Deine Wahrheit in mir wachsen lasse.
Du bist in mir
und lässt mich leben in Dir.
Diesen Samen der Freude, Herr,
lass wachsen in mir,
damit er zum Baum wird,
in dessen Schatten ich Ruhe finde
und die Sicherheit für mein Leben,
wo immer und wie immer
und inmitten meiner Angst,
dass Du bei mir bist als der Lebendige,
als der, der mich nie verlässt,
damit ich auferstehen kann um zu leben
für mich, für Dich, für die Menschen,
zu denen Du mich gesandt hast
Zeuge zu sein: Jesus lebt,

und darum auch ich!