Evangelien und Predigt

Palmsonntag, 05.04.2020

Evangelium: Mt. 21, 1- 11
Passion: Mt 26,14 – 27,66

pdf: Evangelium und Passion Palmsonntag 2020

https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-04-05

Predigt Dr. Andreas Kaiser

pdf: Predigt Dr. Andreas Kaiser Palmsonntag 2020

Liebe Schwestern und Brüder,

Vor dem Altar habe ich einige Symbole aufgelegt, welche uns in der Leidenserzählung von Jesus begegnen. Symbole, welche sich die römischen Soldaten vor 2000 Jahren ausgedacht haben um Jesus zu verspotten. Die Dornenkrone, der purpurote Soldatenmantel, der Titutlus – die Tafel mit der die Schuld des Verurteilten angegeben wurde und die zur Verspottung ans Kreuz gehängt wurde. Und die wir heute auf vielen Kreuzdarstellungen haben:
INRI. Jesus nazareus, Rex Ioudorum. Jesus von Nazaret der König der Jude.
Platus ließ diese Schrift in den damaligen Sprachen von Jerusalem anbringen- Latein, Griechisch und Hebräisch.

Alles war ausgelegt, um dem Verurteilten, um Jesus zu verspotten – und doch haben die Soldaten damit unbewusst etwas gezeigt – eine Proklamation- Jesus ist der König. Unser König.

In einem bekannten Lied zum Palmsonntag heißt es. „Singt dem König Freudenpsalmen“. Und die erste Frage, die wir in der Kurzfassung der Leidensgeschichte aus dem Mund des Pilatus hören ist die Frage: Bist du der König der Juden?

Der Palmsonntag beginnt mit der Feier dieses Königs – alles was hier geschieht ist eine Königsproklamation – und doch auch wieder nicht, wie es in der Welt eigentlich gefeiert wird. Das hinaufheben auf den Esel – eine Inthronisation. Der Ruf der Menge, das Ausbreiten der Kleider  - es ist eine Königshuldigung.

Jesus der König, aber eben ein König, der nicht in das Schema der Welt hinein passt. Nicht einer der Macht und Reichtum anhäuft und, der große Schlösser baut und Schlachten gewinnt – sein Königtum ist nicht von dieser Welt.

Unser König - er kommt auf dem Esel. Er blickt nicht von oben herab, sondern nimmt unseren Blick auf. Diese Bewegung Gottes, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, ist die Sendung Jesu in der Welt.

Unser König bekommt die Dornenkrone und einen alten Soldatenmantel umgehängt und wird verspottet. Und doch ist er ein König.

Jesus von Nazaret, der König. Unser König. Wie viele Menschen haben vor 2000 Jahren ihre Hoffnung auf diesen Jesus gesetzt, als er in Jerusalem eingezogen ist. Als er begonnen hatte, die Hohenpriester und die Tempelhierarchie auf ihre Verfehlungen hinzuweisen. Wie viele haben ihre Hoffnung auf ihn gesetzt, dass er Freiheit bringt und wirklich ein König für die Armen sein kann.

Und dann steht er vor Pilatus und wird verurteilt und gekreuzigt – und zum Hohn steht auf dem Kreuz: Der König der Juden.

Aber gerade durch diese Verhöhnung wurde die wahre Königsherrschaft Jesus sichtbar. Sein ganzes Leben verdichtet sich in diesen letzten Stunden seines irdischen Lebens. Das hingebende Sein für Gott und das hingebende Sein für die Menschen verdichtet sich in der Erhöhung am Kreuz.

Durch seinen konsequenten Weg der Liebe, den Jesus bis zur letzten Konsequenz gegangen ist, zeigt er worin das Programm, worin die Hoffnung seines Königtums liegt- Es ist das Programm der hingebenden, und verschenkenden Liebe und die daher auch die Spirale des Hasses durchbricht und so den Weg in Gott hinein, der Liebe selbst ist, eröffnet.

Liebe Schwestern und Brüder – Die Stadt Jerusalem hat Jesus eingelassen – aber so haben wir am Beginn der heutigen Messfeier gehört – sie erbebte als er einzog. Schon einmal ist ganz Jerusalem erschrocken (erbebt) – als am Beginn des Lebens Jesu die Weisen nach dem neugeborenen König fragten. Nun erschüttert es die ganze Stadt wieder, als dieser König einzieht, und als Jesus stirbt bebte die Erde wieder und der Hauptmann, der Heide, bekennt – dieser war Gottes Sohn.

Die Begegnung mit Jesus, dem König erschüttert, rüttelt auf, macht wach.

Wir sind in diesen Tagen mit vielen Fragen konfrontiert. Wie wird es weitergehen? Wie wird unser Gesundheitssystem das aushalten? Wie wird die Wirtschaft dies alles aushalten?
Und sie haben auch sicherlich viele persönliche Erschütterungen. – Werde ich in meiner Arbeitslosigkeit weiterkommen? Wird mein Betrieb das überstehen? Werden meine Angehörigen und meine Freunde überleben? Werde ich die Einsamkeit weiterhin aushalten können? Werde ich unser Zusammensein auf engsten Raum als Familie weiterhin aushalten können? Viele Erschütterungen, die unser Leben in den letzten Wochen geprägt haben. Lassen wir in diese Erschütterungen Jesu einziehen. – Öffnen wir die Tore unsere Lebens, so wie die Tore Jerusalems geöffnet wurden. Und lassen wir Jesus wirklich König, Herr des Lebens, unseres Lebens werden. Wenden wir uns um – kehren wir um – zu ihm hin.

Wer in die Erschütterungen des Lebens Jesus einlässt, sein Leben auf ihn hin ausrichtet, kann erkennen, hier ist Hoffnung und Heilung. Hier ist Zukunft, hier ist der Weg des Lebens und der Liebe. Der Hauptmann am Ende der Leidenserzählung hat es erkannt. Er war offen in der Erschütterung für das ankommen Jesus in seinem Leben.

Öffnet die Tore für Christus –so hat Papst Johannes Paul II den Menschen zugerufen. Öffnen wir unser Tor für Christus mitten in dieser herausfordernden, in dieser erschütternden Zeit. in der Dunkelheit, in den Fragen und Suchen. Er wird unser Leben füllen mit Hoffnung und Zuversicht. Er ist der König, der durch das Kreuz hindurch Leben bringt. AMEN

Zur geistlichen Kommunion während der Liveübertragung der Hl. Messe

Zur_geistlichen_Kommunion_während_der_Livebertragung.pdf

 

 Jesus, Du bist hier,                                                                                                                                              

so fern und doch ganz nahe.

Du kennst meine Sehnsucht

Dich zu empfangen

und nur Du kannst sie stillen.

IN DIESEM BROT BIST DU DA

und ich bete Dich an.

Ich glaube, mein Jesus,

dass Du jetzt auch zu mir kommst,

weil die Liebe,

durch die Du Dich in diesem Geheimnis schenkst,

unteilbar ist und uns alle

mit Dir vereinigt im heiligen Geist,

mein Jesus.


für 29.03.2020, 5. Fastensonntag, Lesejahr A

Fünfter Fastensonntag 2020 als pdf

Evangelium
Joh 11, 3-7.17.20-27.33b-45

In jener Zeit sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank.

Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus.

Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.

Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.

Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?

Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen. Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte.

Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.

Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert.

Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh!

Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?

Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.

Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag.

Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?

Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.

Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!

Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Predigt Dr. Andreas Kaiser
zum 5. Fastensonntag

Ich bin das Leben, glaubst du das? (Predigt von Dr. Andreas Kaiser)

Der Stein liegt vor dem Grab in dem Lazarus bestattet wurde. Ein junger Mann in der Blüte seines Lebens, mitten aus dem Leben heraus gestorben. Der Stein schließt das Kapitel vorerst ab. Jeden Tag hören wir die steigenden Zahlen jener, die weltweit an der Pandemie sterben. Jeden Tag sterben in dieser Welt tausende Menschen und viele sehr plötzlich, mitten aus dem Leben heraus. Wenn es möglich ist werden sie bestattet und es wird Totenklage für fast alle gehalten. Trauer und Ohnmacht angesichts des Todes sind auf der ganzen Welt allgegenwärtig und nicht neu. Es war auch zur Zeit Jesu so. Inmitten einer Zeit, in der eine gnadenlose Militärdiktatur durch die Römer herrschte.

Mitten in die Trauer der Menschen, die um ihren geliebten jungen Freund weinen, mitten in die Ohnmacht und die Hoffnungslosigkeit fragt einer – „Glaubst du, dass ich Auferstehung und Leben bin? Jeder der an mich glaubt und stirbt wird leben, auch wenn er stirbt. Glaubst du das?“

Es ist heute am fünften Fastensonntag eine Anfrage Jesu an seine Jünger und Jüngerinnen, eine Anfrage Jesu an uns. „Glaubst du, dass ich das Leben bin, für dich?“

Seit vierzehn Tagen leben wir nun ganz anders, als wir es gewohnt waren. Keine Schule und kein Kindergarten, keine Kontakte mit den Freunden und Familien, keine gemeinsamen Gottesdienste, kein Pfarrcafé, keine Runden und Gruppen. Familien sind zusammen in einer Wohnung so dicht und eng wie sonst nie, was herausfordernd ist. Und die Einsamen und Alleinstehenden fühlen wie die Einsamkeit sie umfängt und manchmal niederdrückt. Andere leisten Arbeit und Dienste mehr als sonst, bis zur Erschöpfung um das System aufrecht erhalten zu können. Und über all dem schweben die Sorgen und Fragen, wie wird sich das alles wirtschaftlich ausgehen?

Ist das leben? Ist das ein Leben, wie wir es uns erträumen und wünschen? Ich denke nicht. In gewisser Weise sind wir durch diesen Virus in die notwendigen Maßnahmen gehalten und gebunden fast so wie Lazarus mit den Leinenbinden. Wir können uns nicht so bewegen wie wir wollen, wir können nicht ausbrechen aus der Gebundenheit.

Und da kommt einer und sagt; „Ich bin das Leben! Ich bin die Auferstehung und das Leben!“

Jesus will mein Leben sein. Lazarus wird gerufen und wankt auf Jesus zu, die Leinenbinden lösen sich und er kommt auf den zu, der Leben selbst ist.

Ich denke, liebe Brüder und Schwestern, dass Jesus diese Worte gerade in unsere Unsicherheit und Ohnmacht hineinrufen will. Gerade dort, wo wir meinen, wir leben nicht mehr richtig und sind gebunden. Sein Ruf will laut in unsrer Existenz hineinschallen: „ICH BIN DAS LEBEN!“

Beginnen wir dieses Leben, beginnen wir Jesus aufzunehmen und eine Bewegung zu machen wie Lazarus, die Bewegung auf Jesus zu. Er ruft zum Leben. Zu einem Leben, dass Hoffnung und Kraft und Zuversicht gibt, gerade wenn rundum so manches wie Tod und hoffnungslos erscheint. Da braucht es die Kraft des Lebens, die Kraft der Dankbarkeit und die Kraft der Freude und Hoffnung. „Ich bin Auferstehung und Leben – wer an mich glaubt wird leben. Glaubst du das?“ So fragt Jesus die Schwestern Marta und Maria. Vertraust du darauf, so können wir die Frage freier übersetzen. Vertrauen wir ihm. Überlassen wir all unsere Sorgen, all unsere Ohnmacht, all unser Wut und Fragen ihm, der zum Leben führen will. Vertrauen wir ihm im Gebet und wir werden erfahren, er ist das Leben, das uns ruft. Er schenkt uns die Kraft aus der Dunkelheit auf ihn zuzugehen Wo wir Christus, als Lebensatmen, in all unsere Fragen, Sorgen und Verwirrtheiten einlassen, erfahren wir auch seine Kraft, die Leben schenkt. Erfahren wir seine Kraft weiterzugehen auch in den Herausforderungen dieses so neuen Alltags. Dort wo er mehr und mehr aus dem Vertrauen heraus unser Lebensatem wird, dort erfahren wir auch die Hoffnung, die Hoffnung, dass es auch eine größere Wirklichkeit gibt in der wir schon jetzt sein und leben dürfen.

Die Freude am Herrn, die soll unsere Kraft und unser Leben sein.
AMEN

 

Gebet zum 5. Fastensonntag 2020, Passionssonntag Lesejahr A

Lazarus komm heraus!

So hast Du, Herr, ihn gerufen.

Und Lazarus kommt, folgt Deinem Wort.

Vier Tage schon alles hinter sich gelassen,

seine Familie, seinen Alltag, ledig aller Sorgen,

wäre er nicht lieber geblieben im Land der Ruhe,

abgeschieden dem Lärm der Welt?

Fragte er nicht: Muss das jetzt sein?

Statt mich Seiner Ruhe zu freuen,

von Gott mich rufen zu lassen ins alltägliche Menschsein?

Diese Rückkehr ist keine Auferstehung!

Lazarus wird in Dienst genommen,

muss für uns Zeichen sein,

damit wir sehen und bekennen:

Jesus Christus, Du bist der Herr,

auch über das Leben und Tod!

In Dir ist Gott zu uns gekommen, um bei uns zu sein,

damit wir Dir glauben und in Dir leben.

Rufst Du auch mich?

Aus welcher Enge, die mich niederdrückt,

muss ich herauskommen, um wirklich lebendig zu sein?

Gerade jetzt: Wohin rufst Du mich?

Näher zu Dir oder mit Dir zurück in meinen Alltag?

Wenn ich mich rufen lasse, wird nichts mehr sein wie vorher,

denn Du verwandelst alles und machst mich neu.

Lass mich Deine Stimme hören, Jesus!

Komm und befreie mich!

Mit Dir verbunden lebe ich hier und dort;

für Dich und Deine Menschen, nur darauf kommt es an.

Getauft leben wir aus der Gemeinschaft mit Dir,

in deiner Liebe, die uns jetzt trägt und immer.

Daran halte ich mich fest, darauf vertraue ich,

mein Herr und mein Gott.                                                         

F.D. 3/2020



für 22.03.2020, 4. Fastensonntag, Lesejahr A

Evangelium
Joh 9, 1-41

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war.
Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde?
Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.
Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.
Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es.
Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden?
Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach, und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen.
Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht.
Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern.
Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.
Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen.
Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen.
Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet.
Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann?
Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen.
Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen. Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst.
Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann.
Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet?
Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden?
Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose.
Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.
Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet.
Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er. Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat. Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können.
Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.
Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?
Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube.
Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es.
Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.
Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden.
Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind?
Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.

 

Predigt Dr. Andreas Kaiser
zum 4. Fastensonntag

Liebe Schwestern und Brüder – Während ich diese Predigt schreibe sitze ich in meinem Zimmer. Das Fenster ist geöffnet und Sonne und Frühlingsluft strömen herein. Das Vogelgezwitscher ist nun auch tagsüber zu hören, da es sonst sehr still in Wien und auch in Ober St. Veit geworden ist. Es ist fast unwirklich, wenn dieses schöne Wetter und die aufbrechende Frühlingsstimmung betrachtet wird  und gleichzeitig im Bewusstsein ist, dass uns diese schwere Pandemie in vielerlei Hinsicht lähmt. Diese alles dominierende Krankheit bringt Angst und Fragen und Sorgen und auch Leid. Mitten im Licht des anbrechenden Frühlings.

Aber vielleicht ist es doch auch wieder ein tröstliches Bild.

Im Evangelium des heutigen Sonntags begegnet uns das Zeichen der Blindenheilung. Eines der Zeichen, die Jesus tut, um zu zeigen, dass in ihm der Messias gekommen ist. Blinde werden sehen – das ist die Verheißung des Propheten Jesaja für das messianische Zeitalter. Und nun kann da einer sehen. Er kommt aus der Dunkelheit, in der er gefangen war zum Licht. Er wird von Christus zum Licht geführt.

Liebe Brüder und Schwestern, zur Zeit kann der Eindruck entstehen, wir sitzen in der Dunkelheit. Die Ohnmacht, die Sorgen die Fragen das Leid es ist all gegenwärtig und nimmt große Teile unseres Lebensalltags ein. Gebannt verfolgen wir die Zahlen und Entwicklungen, immer mit der Frage im Hintergrund: Wann wird es aufhören. Wir sitzen in der Dunkelheit.

Jesus fragt den blinden Mann nicht, ob er geheilt werden will. Er geht auf ihn zu und führt ihn aus der Dunkelheit in das Licht. Er konnte sehen, konnte das Licht erkennen. Er konnte wirklich erkennen, nicht nur physisch geheilt sehen, sondern erkennen. Er beginnt Zeugnis zu geben, er beginnt zu erzählen von seiner Erfahrung, von seiner Gottesbegegnung.

Diese Bewegung, die Hinführung zum Licht, die hat Jesus mit uns in der Taufe vollzogen. Es ist immer wieder schön bei Kleinkindertaufen, wenn der Pate oder die Patin die Taufkerze entzünden und mit diesem Licht der Osterkerze zu seinem Taufkind geht. Wie die Augen der Kleinen zu leuchten beginnen, wenn sie dieses Licht erblicken und voller Bewunderung in die Kerze sehen.

Wir sind herausgeführt worden aus der Finsternis in das Licht und dürfen als Kinder des Lichts leben. Dürfen auch in der tiefsten Finsternis die Hoffnung haben, dass uns Christus das Licht nicht verlässt.

Das Licht Jesu leuchtet herein in die Dunkelheit. Und Es gibt Kraft, Mut und Stärke. Kraft und Mut gerade jetzt nicht zu verzagen. Kraft und Mut sich in den neuen Begebenheiten einzufinden und trotzdem festzuhalten an dem was uns wertvoll und wichtig ist.

Trotzdem zu vertrauen, dass Christus das Licht uns nicht verlässt, dass wir uns nach diesen Licht sehnen und ausstrecken dürfen. Und, dass wir gestärkt von dieser Beziehung mit Christus auch anderen Mut machen dürfen und Trost zusprechen dürfen. Im Gebet, durch eine Anruf, durch ein aufmunterndes Wort. Wir spüren jetzt so stark wie nie, dass wir aufeinander angewiesen sind. Und wir dürfen erfahren, dass da einer ist, der die Menschen zum Licht führen will, der Licht, ewiges Licht schenken kann. Ein Licht, das von Ostern her in die Welt, in die Dunkelheit hereinleuchtet. Auch in unsere Dunkelheit. Wir sind nicht allein unterwegs, wir sind miteinander und Christus das Licht geht mit uns! AMEN

 

 

Gebet für den 4. Fastensonntag 2020

 Sind nicht auch wir blind?

Wollen wir die Not unserer Zeit sehen?

Kann ich meine Blindheit erkennen,

will ich sie vor Jesus bringen, damit ER sie heilt?

In meiner Taufe hast Du, o Herr,

Dein Licht in mir entzündet.

Ist ES trüb geworden durch meine Unaufmerksamkeit?

Habe ich zu wenig zugelassen, dass Dein Licht sich in mir entfaltet,

ES mich mit Seinem Glanz ganz durchdringt?

In welche trüben Sackgassen hat es mich verschlagen,

deren Mühsal an mir hängen geblieben ist

ohne dass ich es bemerke?

Lass Dein Licht in mir nicht Finsternis sein,

sondern lass es aufleuchten durch Deine heilende Gegenwart!

Reinige den trüben Spiegel,

damit er Dein Licht widerspiegelt,

ich selbst durch Dich zum Licht werde.

Du, Jesus, bist das Licht der Welt, das leuchtet, wärmt und tröstet.

In unserer Gemeinde, in Deiner Kirche, entfache die Flamme neu,

lass Dein Licht aufleuchten, dass alle Dich erkennen,

der Du der einzige Herr bist

mit dem Vater und dem Hl. Geist - und keiner sonst!

Denn es ist uns kein anderer Name gegeben,

durch den wir gerettet werden als Jesus Christus:

ER ist der mit dem Geist Gesalbte, von Ihm kommt Heil und Rettung,                                                                                       

weil ER auch heute die Augen öffnet und Neues Leben schenkt

denen, die Ihn in Seinem Namen bitten:

Jesus Christus, erbarme Dich meiner!

 

F.D. 3/2020


für 15.03.2020, 3. Fastensonntag, Lesejahr A

Evangelium

Joh 4, 5-15.19b-26.39a.40-42

Das Wasser, das ich gebe, wird zur sprudelnden Quelle, deren Wasser ewiges Leben schenkt

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit

5kam Jesus zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte.

6Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.

7Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken!

8Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen.

9Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.

10Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

11Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser?

12Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?

13Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen;

14wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.

15Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen.

19bIch sehe, dass du ein Prophet bist.

20Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.

21Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.

22Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden.

23Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden.

24Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.

25Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte - Christus. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.

26Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht.

39aViele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus.

40Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage.

41Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte.

42Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.

 

 

Predigt Dr. Andreas Kaiser

Liebe Pfarrgemeinde –

Es ist die erste Predig, welche ich nicht selbst vor euch sprechen kann, sondern welche ich schriftlich niederschreibe und euch somit versuche meine Gedanken zum Sonntagsevangelium mitzuteilen.

Und natürlich bewegt uns in diesen Tagen weitaus mehr. Die Frage wie wird es weitergehen, was wird da noch alles auf uns zukommen. Die Meldungen in den Medien, die immer wieder neue Herausforderungen angesichts dieser Krankheit bringen, und die Ohnmacht mit der wir vor diesen Ereignis stehen.

Die Politik versucht das Mögliche zu tun um die Bevölkerung zu schützen und den Staat als funktionsfähige Größe am Leben zu erhalten. Die Angestellten in den Krankenhäuser und Ambulanzen leisten Großartiges bis an die Grenzen der Erschöpfung. Die vielen Menschen, die in den Geschäften und in den Betrieben das öffentlichen Leben aufrecht erhalten, verdienen unseren Respekt.  

Und doch ist heute Sonntag. Der dritte Fastensonntag. Wir feiern anders als sonst. Wir treffen uns nicht in der Kirche zur gemeinsamen Feier. Wir können uns nicht über die Feier und den Empfang der Eucharistie in Gemeinschaft verbinden.

Und doch sind wir verbunden. Verbunden durch das Gebet mit Christus, verbunden als Schwestern und Brüder durch die Taufe.

Im heutigen Evangelium, der bekannten Erzählung der Frau am Jakobsbrunnen, zeigt sich, wie aus der Beziehung mit Christus Gemeinschaft aufgebaut werden kann. Die Frau kommt zunächst allein, ausgestoßen, in der größten Mittagshitze zum Brunnen. Sie ist nicht in der Gemeinschaft geduldet. Doch dann diese alles verwandelnde Begegnung.
Eine Begegnung, in der sie die Erfüllung ihrer Sehnsüchte erfährt. Eine Begegnung in der sie erkennen kann, was es bedeutet von Gott geliebt zu sein, von ihm angenommen und gewollt zu sein.

Es ist eine Begegnung in der sie ganz neue Hoffnung schöpfen kann. Eine Hoffnung, ein neuer Lebensmut der sie erfüllt, den sie beginnt hinauszurufen und zu erzählen. Und da bildet sich Gemeinschaft. Ausgehend von der Erfahrung, dass Christus als lebendiges Wasser wirklich ein Lebensquell ist.
Liebe Schwestern und Brüder. Wir haben die Beziehung zu diesem Lebensquell auch in unserer Taufe bekommen. Wir haben begonnen die Beziehung mit Christus zu leben. Er hat uns zugesagt, dass er treu ist und dass diese Beziehung hält, in aller Dunkelheit und Herausforderung.
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung?

Diese theoretische Frage des Apostel Paulus dürfen wir auch in dieser unsicheren Zeit stellen. Auch wenn rundum so Vieles zusammenbricht. Auch wenn vermeintliche Sicherheiten wegbrechen und wenn so manche Verzweiflung und Ohnmacht sich verständlicher Weise breit machen, diese Zusage Jesu hält. Auch in dieser Herausforderung. Und wo wir dieser Zusicherung trauen, wo Christus und meine Beziehung zu ihm wirklich zum tragenden Grund in meinen Leben wird, dort beginnt sich dann auch die Gemeinschaft um ihn wieder aufzubauen. Eine Gemeinschaft der Hoffnung und der Zuversicht. Gerade in den dunklen Zeiten der Geschichte war dies die Stärke der Jünger Jesu: Hoffnung und Hilfe den Menschen in der Welt zu geben aus dem Bewußtsein heraus – ER ist mit uns, weil ER uns liebt.  AMEN

 

Gebet zum 3. Fastensonntag

Wer wird uns Wasser fließen lassen,

heilbringendes, heiligendes Wasser des Lebens?

Du, Herr, bist die Quelle des Lebens,

Dir ist unsere Not vertraut.

Du kennst mich und bist mir nahe.

Auch da wo ich nicht weiterweiß,

wo mich Sorgen niederdrücken bist Du da,

trägst Du mich und alle, die dich bitten:

Gib mir das lebendige Wasser,

Deinen Heiligen Geist,

der mich leben lässt,

der mich erfahren lässt,

dass ich mich auf Dich verlassen kann, mein Gott.

So bitte ich Dich heute für alle,

die mir nahe sind, um Deinen Schutz,

um Deine Kraft diese Prüfung zu bestehen,

um das Vertrauen, dass Du unsere Sehnsucht stillen wirst,

dass Du in uns lebendig bist

und uns teilhaben lässt an Deinem Leben,

dass wir als Gemeinschaft Deiner Brüder und Schwestern

in Dir miteinander verbunden sind,

uns nicht niederdrücken lassen müssen

von der Sorge um uns und unsere Lieben.

Ich bitte Dich auch für alle Kranken und Einsamen,

dass Du sie aufrichtest,

und für alle, die sich gerade jetzt

um das Wohlergehen der Menschen in unserem Land bemühen,

dass sie nicht müde werden in ihrem Dienst

sondern sich getragen wissen von der Sicherheit:

Du bist Der, Der für uns da ist und bleibt.

Dir, Herr Jesus, sei mit dem Vater und dem Heiligen Geist

Lob und Dank in Ewigkeit!

Amen.

F.D./15.3.2020