zum Jahreswechsel 2020/2021

 

Gedanken von Pfarrer Andreas Kaiser und Gebetsblatt zum Jahreswechsel 2020/2021 als pdf


Gebetsnovene ab 01.01.2021

https://www.bischofskonferenz.at/novene2021


Donnerstag, 31. Dezember 2020 – Silvester
mit Gottes Segen in das neue Jahr
15:00  – 17:00 Uhr
Pfarrer Andreas Kaiser lädt zu einem persönlichen Segen in der Kirche ein.

Freitag, 1. Jänner 2021– Hochfest der Gottesmutter Maria
15:00  – 17:00 Uhr
Pfarrer Andreas Kaiser lädt zu einem persönlichen Segen in der Kirche ein.


Gedanken zum Jahreswechsel 2020/2021

So spricht Gott der Herr: Hört auf mich, ihr vom Haus Jakob, und ihr alle, die vom Haus Israel noch übrig sind, die mir aufgebürdet sind vom Mutterleib an, die von mir getragen wurden seit sie den Schoß ihrer Mutter verließen: Ich bleibe derselbe  -so alt ihr auch werdet, will ich euch tragen. Ich habe es getan, und ich werde euch weiterhin tragen, ich werde euch schleppen und retten. (Jes, 46,3-4).

Liebe Schwestern und Brüder,

In einem Cartoon, der in den vergangenen Tagen über die sozialen Medien verbreitet wurde, war zu sehen, wie eine Person meint, dass sie im Jahr 2020 nicht älter geworden ist, denn dieses Jahr zählt nicht, da sie es nicht konsumiert hätte.

Nun war in diesem Jahr 2020 tatsächlich vieles anders als wir es gewohnt waren. Ja selbst noch am letzten Tag des Jahres sind wir mit der Absurdität dieses Jahres konfrontiert. Wir müssen Abstand halten, es gibt keine Feiern zum Jahreswechsel, selbst das Neujahrskonzert muss ohne Publikum stattfinden und wir können nicht wie üblich gemeinsam Gottesdienste feiern. In unserm Land und auf der ganzen Welt sind wir mehr als sonst herausgefordert worden und die Diskussionen über die Pandemie durchziehen Freundeskreise und Familie, manchmal bishin zu einer Spaltung.

Und da mitten hinein in diese etwas fragile Situation begehen wir den Jahreswechsel. 2020/2021. Der wohl in diesen Tagen häufigst ausgesprochene Wunsch ist, dass das Neue Jahr besser werden soll.

Ein oft zitierter Spruch des Friedensnobelpreisträgers und
UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld zum Jahreswechsel lautet:

FÜR DAS VERGANGENE: DANK – FÜR DAS KOMMENDE: JA.

Ist es angebracht für das vergangene Jahr zu danken? Nun denke ich gibt es schon so manches wofür ein Dank ausgesprochen gehört, aber der Dank an das Vergangene ist mehr als eine pflichtschuldige Aktion. Dank und Dankbarkeit sind Grundhaltungen, mit denen es gelingen kann sich auch mit Herausforderungen auszusöhnen und so diese auch freilassen zu können. Erst dann kann mit einem bestimmten und festen JA zum Kommenden das Neue auch bewußt beschritten werden.

Ich denke, dass es diese Aussöhnung auch mit dem Jahr 2020, mit all den Herausforderungen und auch mit den Einschränkungen braucht, damit wir nicht in denselben gefangen bleiben.

Eine Hilfe in drei Punkten können wir aus der oben genannten Bibelstelle aus dem Buch Jesaja entnehmen.

Sie beginnt mit den Worten „Hört auf mich“. In der Taufe wurden unserer Ohren berührt und es wurde uns zugerufen: „Effata / Öffne dich“, damit es uns gelingen kann im Leben Gott zu hören und Seine Stimme zu vernehmen inmitten der vielen Stimmen, die auf uns einreden. Obwohl wir in diesem Jahr 2020 vermehrt zur Ruhe und zu weniger Sozialkontakten aufgefordert waren, ist der Raum für die Stimme Gottes nicht automatisch größer geworden. Denn Seine Stimme ist meist nicht aufdringlich und laut, sondern werbend, zart und überzeugend. Diese in dem Trubel und der Aufregung eines Jahres zu vernehmen ist nicht leicht. Wir haben es zu Weihnachten wieder gefeiert und betrachtet – Gott wird Mensch, leise, zärtlich und unaufdringlich in dem Stall von Bethlehem. Gott spricht sein Wort leise und unaufdringlich in diese Welt herein.

Aber, und das ist der zweite Punkt – seine Zusage an die Welt und an jeden von uns ist eine treue Zusage. „Ich habe euch getragen und werde euch tragen, ja mehr noch, ich werde euch schleppen und retten.“ Diese Zusage Gottes hält. Manchmal vergessen wir, dass wir schon einige Male diese Erfahrung des Getragenseins gemacht haben. Wo ist Gott nur? So klingt es manchmal verständlicherweise aus uns heraus. Es ist jedoch ein Geschenk, wenn dann gesehen werden kann, oft auch erst mit zeitlichem Abstand, dass Gott schon da war und getragen hat, durch vielfältige Möglichkeiten. Und es ist ein Geschenk, wenn ich darauf vertrauen kann, dass er auch weiterhin tragen wird. Das ist die hoffnungsvolle Zusage für das Kommende, das hilft JA zu sagen, weil wir nicht allein unterwegs sind, weil er uns tragen, schleppen und retten will.

Woran kann ich mich aber nun festmachen, wenn doch so Vieles durcheinander gekommen ist, wenn Tradition und Richtungen nicht mehr halten und tragen und wenn Sehnsüchte nach Veränderung da sind, die unerfüllbar erscheinen? Bei all dem fast sturmartigen Durcheinander, das wir in den vergangenen Monaten auch verschieden stark erfahren haben, gibt es doch ein Wort in der Bibelstelle, und das ist der dritte Punkt, das wie ein Fels in der Brandung steht. Ein Wort, das Orientierung mitten im Chaos geben kann: „Ich bleibe derselbe.“ Dieses Wort steht am Beginn dieses neuen Jahres. Ich bleibe derselbe. Es ist ein Satz in dem wir unser Leben und unsere Hoffnungen einhängen können wie ein Kletterseil in den Haken an der Wand. Es ist das Wort von dem aus wir vertrauensvoll in das neue Jahr gehen können, mit einem frei gesprochenen JA.

So wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen ein gesundes und gesegnetes Jahr 2021. 
Ihr Pfarrer Andreas Kaiser

 

Was ist möglich?

Am Ende dieses Jahres,
das so anders gewesen ist?
Am Anfang eines neuen Jahres,
das so anders beginnt?

Es ist möglich,
Mensch zu sein.
Es ist möglich,
in Gott Mensch zu sein.
Es ist möglich,
damit Mühe zu haben.
Es ist möglich,
die Aufgabe darin zu übersehen.
Es ist möglich,
in der Menge einsam zu sein.
Es ist möglich,
Gott aus dem Blick zu verlieren.
Es ist möglich,
Scheitern zu erleben.
Es ist möglich,
das Leben zu verlieren.

All das ist möglich,
es gehört dazu.
Aber das alles hat
nicht das letzte Wort.
Das letzte Wort
hat Gott gesprochen.
Hinein in unsere Welt,
tief in das Herz der Menschheit,
wird das Wort Mensch
und alles wird anders.

Ich darf anders sein,
in Gott hinein verwurzelt
kann ich den Sturm bestehen.
In Jesus spricht Gott mir
Sein Wort der Versöhnung zu.

Brauche ich Versöhnung?
Will ich Vergebung für das Alte
um aufbrechen zu können
auf das Neue, das auf mich wartet?

Von Dir Gott erbitte ich diese Freiheit
aufzustehen, loszulassen, weiter zu gehen
in Jesus Christus mit Dir auf Dich hin.
Diesem Wort will ich mich anvertrauen,
diesem Wort, das Du mir zusprichst
gestern, heute und morgen:
In allen Ihren Kindern hat die Weisheit
Ihr Recht bekommen und sagt sich mir zu
für einen neuen Anfang,
für ein Leben, das Wahrheit ist,
das wahrhaftig bedeutet:
Mensch sein ist alles,
was Erfüllung gibt und Sinn,
weil es bedeutet von Dir zu kommen
und auf Dich hin zu sein!

Dieses Sein, Herr, lass mich suchen und finden:
in der Erfahrung des Vergangenen,
das bei Dir nicht verloren ist,
und im Weg hinaus in ein neues Jahr,
welches Du mir schenkst
und in dem alle Hoffnung liegt
wie in einem neugeborenen Kind!
Alles, mein Gott, wirst Du mir schenken,
wenn ich mich bereiten lasse,
Dich anzunehmen als Kind.
Dass ich dafür bereit sein möge,
das schenke mir, mein Guter Gott,
nicht nur am Anfang dieses Jahres
sondern an jedem Tag.

Amen.

F.D. 12/2020


 

Sonntag, 3. Jänner 2021- 2. Sonntag nach Weihnachten
10:00 Uhr        Hl. Messe nur online übertragen

Mittwoch, 6. Jänner 2021- Erscheinung des Herrn
10:00 Uhr        Hl. Messe nur online übertragen

Sonntag, 10. Jänner 2021- Taufe des Herrn
10:00 Uhr        Hl. Messe nur online übertragen

Sonntag, 17. Jänner 2021- 2. Sonntag im Jahreskreis
10:00 Uhr        Hl. Messe nur online übertragen